Bergbautour

 

 

Gesamtlänge: 510 km Rundtour durch das Lausitzer Seenland,

 

zu Stationen des aktiven und vergangenen Braunkohletagebaus und durch neue

Landschaften Verlauf über Sedlitz zur Senftenberger Innenstadt, am Senftenberger See

entlang bis Klein- und Großkoschen, Niemtsch, Richtung Schwarzheide

 

„Boh je stworil luzicu a cert je zaryl brunicu“ (Gott schuf die Lausitz und der Teufel darunter

die Braunkohle).Dieses sorbische Sprichwort zeigt die Bedeutung der Braunkohleförderung

für weite Teile der Lausitz. Noch wird Kohle gefördert, jedoch nur noch in vier der ehemals

zirka 20 Tagebaue im Lausitzer Revier.Die Niederlausitzer Bergbautour führt Sie

zu aktiven Tagebauen, Restlöchern, die zur Zeit rekultiviert werden und zu

Erholungsgebieten, die aus ehemaligen Tagebauen entstanden sind. Begeben

Sie sich auf Entdeckungstour durch die zukünftig größte künstlich

geschaffene Seenlandschaft Europas. Die Tour ist überwiegend

flach und führt über gut ausgebaute Radwanderwege.

 

 Folgen Sie den Spuren des Teufels und machen Sie bei dieser Radtour eine spannende Entdeckungsreise durch mehr als 150 Jahre Braunkohlegeschichte. Der Rekord-Teufel, der nicht nur das Symbol für Kohle aus der Lausitz, sondern auch für die Niederlausitzer Bergbautour ist, führt Sie auf über 500 km durch den Süden Brandenburgs. Dabei können Sie eine Mischung aus Industriekultur, malerischen Orten, imposanten Tagebauen und neuen Landschaften erleben.

Kaum ein anderer Teil Deutschlands widmet dem Teufel in der Sagenwelt eine so große Rolle wie die Lausitzer. Alles, was den Menschen widerfährt oder missglückt, wird auf den Teufel geschoben, der wendisch "Tscherenbog" heißt. So sagen die Bergleute mit einem Augenzwinkern: "Der liebe Gott hat die Lausitz geschaffen, und der Teufel hat die Kohle versteckt - aber wir haben sie gefunden und gehörig abgetragen!"

 Wohin die Radler in der Niederlausitz auch schauen, fallen ihnen Belege des intensiven Braunkohlebergbau ins Auge. Das sind noch aktive Abbaufelder mit riesigen Baggern. Aussichtspunkte an den drei aktiven Tagebauen geben den Blick frei auf imposante Weite und turmhohe Maschinen. Sollte Ihnen die Aussicht aus der Ferne nicht genügen, können Sie zu Erlebnistouren bis hinunter zur Kohle aufbrechen.

 Frühere Arbeitswelten, Technikgeschichte und der tägliche Weg der Bergmänner kann auf der Bergbautour vielerorts hautnah erlebt werden. Wie die gewonnene Kohle verarbeitet wurde, zeigt unter anderem die Energiefabrik Knappenrode. Dreimal am Tag heißt es hier ohrenbetäubend Schichtbeginn. Auch die größte technische Anlage der Welt ist zu bewundern, das Besucherbergwerk F60. Zwischen Himmel und Erde auf dem "liegenden Eiffelturm" der Lausitz können Sie bei geführten Rundgängen in bis zu 80 Metern Höhe die Landschaft entdecken. Dröhnte früher ein Dieselmotor im Kunstmuseum Dieselkraftwerk in Cottbus, können Sie heute zeitgenössische Kunst im technischen Ambiente genießen. Bei einem Besuch im Erlebnis-Kraftwerk Plessa können Radler unter anderem die beeindruckende Schaltzentrale besichtigen. In Lauchhammer, wo neben Kohle und Schwermaschinenbau auch der Kunstguss zur Industriegeschichte der Stadt gehört, bieten die Biotürme der einstigen Großkokerei als Industriedenkmal mit zwei Aussichtskanzeln außergewöhnliche Perspektiven. Eine weitere Station der Niederlausitzer Bergbautour ist das Archiv verschwundener Orte. Hier wird die Geschichte jener Orte der Lausitz dokumentiert, die den Tagebauen weichen mussten.

 Im Laufe der Radtour erfahren die Radler, wie nach dem Bergbau hinterlassenen Flächen rekultiviert und zu Erholungslandschaften umgestaltet wurden. Bestes Beispiel ist der Senftenberger See, einer der größten künstlich angelegten Binnenseen Europas. Nur wenige Kilometer weiter entsteht als Teil des Lausitzer Seenlandes der Großräschener See (ehemals Ilse-See). An seinem zukünftigen Ufer ziehen heute schon die architektonisch einmaligen IBA-Terrassen viele Gäste an. Die auf früheren Tagebauboden entstehenden Seen machen mit ihren ganz eigenen Gesichtern den Reiz des Lausitzer Seenlandes aus.

 

 
 

Kartenempfehlung

  • Wander- und Radwanderkarten, Sachsen Kartographie GmbH, Preis: je 4,90 €
    • Niederlausitz Spree-Neiße-Region, 1:75.000, ISBN 978-3-932281-16-7
    • Landkreis Oberspreewald-Lausitz, 1:50.000, ISBN 978-3-932281-58-7
    • Lausitzer Seenland, 1:50.000, ISBN 978-3-932281-21-1
  • bikeline-Radtourenbuch "Niederlausitzer Bergbautour", Verlag Esterbauer GmbH, 1:75.000, ISBN 978-3-85000-164-9, Preis: 11,90 €, letzte Ausgabe: 2004

Streckenhinweise

Die Bergbaufolgelandschaften sind eine sehr sensible Zone und dürfen deshalb mancherorts nur bestaunt, aber noch nicht betreten werden. Die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV) mbH weist durch Schilder an der Strecke darauf hin und informiert Sie im Internet zu temporär gesperrten Radwegen und Sanierungsbereichen.

Aktuelle Informationen unter www.lmbv.de

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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